Die Anderswelt

Als Anderswelt bezeichnet man Orte außerhalb der physikalischen Wahrnehmung, eine Welt, in der je nach Glaube oder Mythologie, die Geister Verstorbener leben, Feen oder Dämonen hausen, Fabelwesen und Sagengestalten wohnen. Im christlichen Glauben bezeichnet man sie auch als Jenseits.

Jede Mythologie hat eine eigene Vorstellung

Dabei ist zu beobachten, dass die Idee einer Anderswelt vor dem christlichen Glauben existierte und sich auch in vielen Religionen und Ideensystem findet, die aus Sicht des Christentums heidnisch sind.

In der Artussage, die sowohl auf keltischen als auch christlichen Motiven beruht, findet sie sich in den Inseln von Avalon wieder.

In der griechischen Mythologie steigen sowohl Herkules, als auch Orpheus in den Hades hinab, um mit Geister und Schatten von Verstorbenen Kontakt aufzunehmen.
In der germanischen Anderswelt speisen die gefallenen Krieger in der Trinkhalle Walhalla. Aber auch hier ist Walhalla kein Platz für die Sterblichen oder ein gänzlich freudiger Ort; die Anderswelt ist nicht das Paradies, es sind nicht die herrlichen Felder von Elysium.

Die christliche Vorstellung des Jenseits, einer Anderswelt, wird durch „Die Göttliche Komödie“ von Dante Aligheri widergespiegelt und gleichzeitig geprägt. In dem literarischen Werk von Weltruhm steigt ein Jüngling die Hölle hinab und zum Paradies hinauf und beobachtet dort die Welt der Dämonen, wie die der Geister mit Grauen und Freuden.

Anderswelt bleibt Sterblichen verwehrt

Die Anderswelt bleibt für die Sterblichen im Verborgenen.

Die Anderswelt bleibt für die Sterblichen im Verborgenen.

All diesen Kulturen ist es gemein, dass von einem Ort ausgegangen wird, der den Sterblichen verborgen bleibt. Ein Zugang ist streng verwehrt. Oft werden Torwächter eingesetzt (wie Zerberus der Höllenhund) oder der Eingang zu ihr ist derart versteckt – in einer abgelegenen, feindseligen Region am Rande der bekannten Welt –, dass ihn kein Sterblicher finden kann. Oder er liegt gar an einem Ort hinter dem Vorhang, hinter den Nebeln, der nicht gefunden werden kann, sondern zu dem ein Sterbender gebracht werden muss. In vielen Mythologien gibt es zudem eine Begleit-Gestalt, die einen Sterbenden von unserer Welt in die Anderswelt hinüber begleitet (etwa Charon, der Fährmann).

In dramatischen Schilderungen der Mythologien gibt es allerdings auch immer wieder Helden, die in gewissen Passagen versuchen, sich der Anderswelt zu nähren, um mit einem geliebten Menschen Kontakt aufzunehmen oder ihn gar wieder in die diesseitige Welt zu überführen. In aller Regel ist dieser Akt der Höhepunkt einer Heldenreise, mit großen Gefahren verbunden und nur selten von Erfolg gekrönt. Orpheus scheitert beim Versuch, Eurydike aus dem Hades zu befreien, weil er sich nach ihr umsieht. Anderen Helden ist ein noch schlimmeres Schicksal bestimmt.

Heute vor allem aus Horrorfilmen bekannt

Ein Kontakt zur Anderswelt mit Hilfe von okkulten Hilfsmitteln wird in zahlreichen Glaubenssystemen beschrieben, um einen Kontakt mit Verstorbenen aufzunehmen, ohne sich in körperliche Gefahr zu begeben. Dazu werden Hilfsmittel wie das Gläserrücken, das Ouija-Brett, Tarotkarten, eine Kristallkugel oder ein Medium genutzt.

Gerade in der Fiktion von Horror-Filmen aus dem anglo-amerikanischen und asiatischen Bereich enden Versuche, mit der Anderswelt in Kontakt zu treten, häufig katastrophal, denn beim Versuch zur anderen Seite zu gelangen, gelangt etwas von der anderen Seite auf unsere.

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